Steuerliche Forschungsförderung für Unternehmen

Neue Veranstaltungsreihe informiert über Fördermittel für Technologien und Digitalisierung

 

Kompakt zu Fördermitteln für Technologien und Digitalisierung informieren. Das ist das Ziel des digiZ | Digitalisierungszentrums Ostwürttemberg der IHK, des Ostalbkreises und des Landkreises Heidenheim. Den Auftakt zu einer entsprechenden Veranstaltungsreihe, die als „Innovation Hour“ verstetigt wird, machte eine Online-Veranstaltung gemeinsam mit der EurA AG zur aktuell sehr nachgefragten Forschungszulage.

 

Die öffentliche Förderung von innovativen Produkten und Dienstleistungen hat sich in jüngster Zeit weiter differenziert. Möglichkeiten bieten beispielsweise die Neuauflage des „Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM)“, die Investitions- und Innovationsförderung „Invest BW“ oder die neue Förderung für die Digitalisierung „Digital Jetzt“. Mit der „Forschungszulage“, der steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung (FuE), etabliert sich jetzt ein weiteres Instrument, das zusätzliche Innovationsanreize für alle in Deutschland steuerpflichtigen Unternehmen schafft – unabhängig von Größe, Rechtsform und Branche.

 

Was und wie durch die Forschungszulage gefördert wird, erläuterten den zahlreichen Unternehmensvertreterinnen und -vertretern Tobias Kübler und Oliver Hafner von der europaweit tätigen Technologie- und Innovationsberatung EurA AG in Ellwangen. Die Forschungszulage fördert themenoffen alle Stufen der FuE, selbst fehlgeschlagene Entwicklungsprojekte können berücksichtigt werden. Zu den förderfähigen Kosten gehören das Arbeitgeber-Bruttogehalt der Mitarbeiter sowie 60 Prozent des Entgelts, welches der Auftraggeber für ein in Auftrag gegebenes, begünstigtes FuE-Vorhaben ausgegeben hat. Die maximal förderfähigen Kosten belaufen sich auf 4 Mio. Euro pro Wirtschaftsjahr. Bei einer Förderquote von 25 Prozent beträgt die Höhe der Förderung maximal 1 Mio. Euro steuerfrei.

 

Das Verfahren für die Gewährleistung der Forschungszulage ist zweistufig. Zuerst stellt der Antragsteller einen Antrag auf Erteilung einer Bescheinigung bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ), dass es sich um ein begünstigtes FuE-Vorhaben handelt. In einem zweiten Schritt wird dann der Antrag auf Festsetzung der Forschungszulage beim jeweils zuständigen Finanzamt gestellt. Die Forschungszulage wird in der Folge als Steuergutschrift gewährt. Die Antragstellung ist kostenlos.

 

Anders als klassische Projektförderungen, die die Forschungszulage nun sinnvoll ergänzt, bietet die steuerliche Forschungsförderung den Vorteil, dass nicht nur künftige, sondern auch bereits begonnene und auch abgeschlossene FuE-Projekte, sofern sie nach dem 1. Januar 2020 gestartet sind, gefördert werden können. Trotzdem spricht noch immer einiges für die „klassische“ Projektförderung, wie eine Gegenüberstellung der Forschungszulage etwa mit den Programmen ZIM und KMU-innovativ zeigt. Insgesamt geht es darum, Fördermittel unter den strategisch besten Gesichtspunkten zu nutzen.

 

Mit der „Innovation Hour“ wird das digiZ auch künftig Informationen rund um Fördermittel vermitteln und zeigen, wie der richtige Einsatz dieser Instrumente Unternehmen rund um die Themen Technologie und Digitalisierung unterstützt.

 

BU: Referenten und Organisatoren: (unten links) Tobias Kübler (r.) und Oliver Hafner, EurA AG, (von links oben im Uhrzeigersinn): Markus Hofmann, Technologietransfermanager der IHK Ostwürttemberg; Peter Schmidt, Manager des digiZ Ostwürttemberg und Leiter Innovation und Digitalisierung bei der IHK Ostwürttemberg; und Sarah Wörz, Referentin digiZ Ostwürttemberg.

Quelle: IHK